1. Bürgermeister Hans-Martin
Schertl bei seiner Ansprache

 

 

Segen durch die beiden Pfarrer

 

 

Weihe durch
Pater Paul

 

 

Bürgermeister Schertl mit
Pater Paul

 

 

Bürgermeister Schertl mit
Architekt Hans Ernst

 

 

Musikalische Umrahmung
durch die Dagesteiner

 

 

Geladene Gäste

 

 

Besucher

Zu Beginn der Einweihungsfeierlichkeiten des sanierten Zehentkastens in der Burg Dagestein in Vilseck begrüßte Bürgermeister Hans-Martin Schertl zahlreiche Gäste. Unter ihnen waren der stellvertretende Landrat Dr. Klaus Schwinger, der Kommandeur des Südlagers Vilseck, Oberstleutnant Joseph P. Moore, seine Stadtratskolleginnen und –kollegen, an der Spitze die dritte Bürgermeisterin Roswitha Graßler, auch ehemalige Stadträte und sein Bürgermeistervorgänger Richard Schlicht, die das Werk in die Wege geleitet haben, Waltraud Lobenhofer von der AOVE GmbH, der Schulleiter Rupert Sachsenhauser, Vertreter der Vereine und der Verwaltung. Bis zuletzt hob er sich bei seiner Begrüßung die wichtigsten Personen auf, nämlich das Architekturbüro Ernst – Meiller – Wochnick, das die Maßnahme geplant hat, und die an der Baumaßnahme beteiligten Firmen.

„Wir feiern heute ein Ereignis, das nicht nur in Vilseck, sondern weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus seinesgleichen sucht. Unser historischer Zehentkasten wird einer neuen Nutzung übergeben“, so der Bürgermeister.

Hans-Martin Schertl bedankte sich in diesem Rahmen ganz besonders bei den planenden Architekten, ganz besonders hier natürlich bei dem Vilsecker Hans Ernst mit seiner Frau Maria. Ohne ihre zündenden Ideen wäre dieses Gebäude nicht in dem heutigen Glanz erstrahlt. Er dankte für alle ihre Mühen, den Schweiß und den Einsatz bei größeren und kleineren Problemen. Hans Ernst kenne die Burg Dagestein wie kein zweiter. Er übergebe heute ein Bauwerk, das seine Handschrift trage und auf das er stolz sein könne. Manch anderem Architekten wären hier graue Haare gewachsen meinte Schertl, bei Hans Ernst könne er solche aber nicht finden.

Mit dem Ausbau des Zehentkastens wurde ein repräsentatives Gebäude geschaffen, das dem öffentlichen Leben sowie dem Kulturleben in Vilseck wertvolle Impulse geben könne. Die Nutzung sei in vielfältiger Form möglich. Die Räume bieten sich für Tagungen und Konferenzen genauso an wie für kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen von Vereinen, für Vorträge und für Konzerte oder auch private Feiern und Hochzeiten. Die Bewirtung hat Elisabeth Hammer übernommen, mit Unterstützung ausschließlich Vilsecker Gewerbetreibender.

Die Besucher könnten sehen, dass von Seiten der Stadt alles versucht werde, Leben in die alten Burgmauern zu bringen.

Früher war die Burg Dagestein eine sog. Lagerburg, die heutige Form des Zehentkastens stammt aus dem Jahr 1702. Seit dieser Zeit wurden hier über viele Jahre hinweg die Abgaben der Bauern, der sog. Zehent, der an den Bamberger Fürstbischof zu entrichten war, eingelagert. Im Laufe der Zeit haben sich natürlich die Bedeutung und die Nutzung der Burg verändert. Der Zehentkasten ging in den Besitz mehrerer Privateigentümer über, erforderliche Sanierungsarbeiten unterblieben und im Jahr 1990 stürzte das Dach ein. Die Stadt erwarb das Gebäude. Im Jahr 1992 wurde die Dachsanierung abgeschlossen. Der Kostenaufwand für Erwerb und Sanierung belief sich auf ca. 650.000 Euro. Im Jahr 2001 wurden dann die Sanierung und der Innenausbau des Zehentkastens beschlossen. Die Gesamtkosten betrugen fast 1,4 Mio. Euro. Lobenswert zu erwähnen ist die Tatsache, dass für die Sanierung Zuschüsse der Stadtbauförderung in nicht unerheblicher Höhe geflossen sind.

Pater Paul, der Urlaubsvertreter von Stadtpfarrer Dietmar Schindler, und der evangelische Pfarrer Dominic Naujoks nahmen anschließend die kirchliche Weihe vor.

Stellvertretender Landrat Dr. Klaus Schwinger gratulierte Vilseck zu diesem gelungenen Werk. Er ist sich sicher, dass das einmalige Ambiente dieser Säle bald über die Stadt- und Landkreisgrenzen hinaus bekannt sein wird und wünschte der Stadt, dass der Zehentstadel häufig genutzt werde. Andere Gemeinden werden die Stadt Vilseck um diese Räumlichkeiten beneiden.

Architekt Hans Ernst freute sich mit dem Bauherrn über den Abschluss einer oft sehr schwierigen Baumaßnahme. Nach dem Einsturz des Daches musste erst die Außenfassade saniert werden, was hohe Anforderungen an den Statiker stellte. Über die spätere Nutzung war man sich lange nicht ganz klar. Man sprach von einem Kulturzentrum im Schlosshof, was immer darunter zu verstehen war. Nach der Außensanierung war erst einmal Ruhe, andere dringlichere Maßnahmen, wie die Sanierung des vom Einsturz gefährdeten Bergfrieds mussten vorgezogen werden. 1997 ging man dann mit der Erstellung einer Präsentationsbroschüre und eine Nutzungskonzepts daran, Geldgeber zu finden. Dann konnte mit den Planungen und dem Ausbau begonnen werden. Inzwischen sollte ein „Kongresszentrum“ daraus werden. Mit dem Ergebnis heute kann man nach Ansicht von Ernst sehr zufrieden sein. Der Stadel-Charakter sollte erhalten bleiben. Das löste man unter anderem damit, dass man die Küchenblöcke nicht mit der Decke verband, sondern nur „in den Raum hineinstellte“. Die Balkenkonstruktion wurde im Original erhalten, nur ausgebessert und wenn nötig verstärkt. Die Abschlusswände wurden in Glas ausgefertigt, damit der Raum seine Größe optisch behielt. Abschließend bedankte sich Ernst bei den Handwerkern, die bei dieser Sanierung beachtliches geleistet haben.

Die Dagesteiner Musikanten umrahmten in der von ihnen gewohnten Souveränität die Feierlichkeiten. Anschließend wurde den Ehrengästen im ersten Stock des Hauses ein Mittagessen geboten. Bei dieser Gelegenheit gaben die Zehentstadel-Wirtin und ihr „Bewirtungspool“ ihre Generalprobe ab, die sie glänzend bestanden. Die Gäste konnten abschließend noch das gesamte Haus besichtigen.